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Gebete, die erhört werden
Es ist erstaunlich, was ein Gebet bewirkt, das durch die Liebe entsteht

Mich hatte es immer interessiert, warum die einen Gebete erhört und die anderen nicht erhört werden. In unseren Stubenversammlungen in Karaganda wurde öfters gesagt, dass manche Gebete nicht höher als bis zur Decke steigen. Ich möchte einige Punkte erwähnen, die beim Gebet zu beachten sind.

Das Gebet soll dem Willen Gottes entsprechen

Beim Lesen des ersten Johannesbriefes wird die Grundvoraussetzung jeder Gebetserhörung genannt: “Und das ist die Freudigkeit, die wir haben zu ihm, dass, so wir etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns“ 1.Joh 5,14. Gott hört uns also, wenn wir nach seinem Willen beten. Doch wann entspricht das Gebet Gottes Willen? Eine Antwort ist sicher: Wenn es um die Vergebung der Sünden geht, wenn ein Sünder in Reue und Buße zu Jesus kommt, dann ist sein Gebet nach Gottes Willen und da kann man die betende Person ermutigen, dass dieses Gebet erhört wurde. Im nächsten Vers des gleichen Kapitels des Johannesbriefes wird es gesagt, dass wenn das Gebet nach dem Willen Gottes erhört wird, so wird es auch beantwortet: “Und so wir wissen, dass er uns hört, was wir bitten, so wissen wir, dass wir die Bitte haben, die wir von ihm gebeten haben.” (1.Joh 5,15). Das ist eine wunderbare Zusage Gottes.

Das Gebet bewegt durch die Liebe.

Eine Erfahrung im Gebet von William MacDonald, die er in seinem Andachtsbuch beschreibt, möchte ich weitergeben: Er erlebte es mit dem Vater von Ed McCully, einem der fünf jungen Missionare, die in Ecuador von den Auca-Indianern ermordet wurden.

[…] Als eines Abends Dr. McCully und ich in Oak Park, Illinois, im Gebet zusammen auf unseren Knien waren, gingen seine Gedanken nach Ecuador und zum Curaray- Fluss zurück, der immer noch das Geheimnis des Verbleibs von Eds Leichnam verborgen hält. Er betete: »Herr, lass mich lang genug leben, dass ich die Rettung dieser Burschen erleben kann, die unsere Jungens umgebracht haben, damit ich sie umarmen und ihnen sagen kann, dass ich sie liebe, weil sie meinen Christus lieben.« Als wir aufstanden, bemerkte ich die Tränen, die an seinen Wangen herabliefen. Gott hat dieses Gebet der Liebe erhört. Einige dieser Auca-Indianer kamen später zum Glauben an Christus. Dr. McCully ging nach Ecuador, begegnete diesen Männern, die seinen Sohn ermordet hatten, schloss sie in seine Arme und sagte ihnen, dass er sie liebte, weil sie seinen Christus liebten. Das ist „agape“-Liebe. Sie ist unparteiisch und sucht für alle das Beste - für die Unscheinbaren ebenso wie für die Beliebten, für die Feinde ebenso wie für die Freunde. Sie ist bedingungslos und verlangt keinen Dank für ihr beständiges Geben. Sie ist aufopfernd und fragt nie nach den Kosten. Sie ist selbstlos und kümmert sich mehr um die Nöte und Bedürfnisse der anderen als um die eigenen. Sie ist rein, frei von jeder Spur von Ungeduld, Neid, Stolz, Rachsucht und Groll. Aus „Täglichen Andachten“ von William MacDonald für den 2. März. Es ist erstaunlich, was ein Gebet bewirkt, das aus Liebe gesprochen wird.

Das Gebet im kindlichen Glauben

Bruder E. E. Byrum, ein Mann des Gebetes, schreibt in seinem Buch: „Das Gebet des Glaubens“: […] „Wir sollten zum Herrn kommen, wie ein Kind zur Mutter, und in der Erwartung bitten, dass wir das Verlangte erhalten. Das ist nicht etwas unerreichbares, sondern das einfachste, was man sich vorstellen kann.“ Mir erzählte ein Mann namens Sergej Kalinin, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde, wie er zum Glauben kam. Es geschah durch eine Gebetserhörung. Er saß gerade in seiner Gefängniszelle - es war kalt, es gab kein Essen und er war auf die ganze Welt wütend. Doch da kam ihm der Gedanke, dass er Jesus brauchte, von dem er vor kurzem gehört hatte. Er fragte sich selbst, wovon Jesus ihn befreien könnte - von Alkohol und Drogen sah er sich nicht abhängig, auch andere „Laster“ schienen für ihn kein Problem darzustellen. Da war nur eins, wovon er nicht von alleine frei werden konnte – das Rauchen. Seit früher Kindheit war er bereits stark nikotinabhängig. Ohne sich weiter in dieses Thema zu vertiefen, schickte er ein Gebet empor und sagte: „Jesus, wenn es dich gibt, befreie mich vom Rauchen“. Und er dachte nicht mehr daran. Als er am nächsten Tag in seine Zelle zurückgebracht wurde, entdeckte er auf seinem Bett eine Bibel, die ein entlassener Insasse ihm hinterlassen hatte. Interessanter Zufall, dachte Kalinin. Stunden später bemerkte er, dass er keinen Drang zum Rauchen hatte… Erst jetzt erinnerte er sich an sein Gebet und begriff, dass Jesus sein Gebet erhört hatte. Einige Zeit später bekehrte er sich. Für mich ist das ein lebendiges Zeugnis – Gott erhört solche Gebete. Ein scheinbar flüchtiges Gebet, ohne großen Glauben: „Jesus, wenn es dich gibt…“ Und doch wurde dieses Gebet erhört und Gott befreite diesen Mann augenblicklich von seiner Sucht. „Wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn…“ Lk. 17,6

Gebete bringen Freude

Es ist bekannt, dass Gerhard Tersteegen, der Autor des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe“ ein Mann des Gebets war. Sein Freund Engelbert Evertsen sah ihn öfters im Gebet und beschreibt es mit folgenden Worten: […] Sein Angesicht war alsdann (beim Beten) so heiter und fröhlich, als wenn er mit Gott persönlich geredet hätte. Wenn ich allein bei ihm saß, so kam es mir vor, als ob er bei seinem Herzensfreund im Kabinett gewesen wäre. Einmal sagte er auf Befragen zu mir: „Ja, ich sitze und rede mit dir; aber in meinem Innern ist ein immerwährendes Beugen und Anbeten.“ In diesem eingekehrten Grunde hat er viele Mitteilungen und Geheimnisse von Gott erfahren. J. H. Wolf, der noch eine Reihe von Menschen gekannt hatte, die zu den Vertrauten Tersteegens gehörten, äußerte sich über den Beter Tersteegen wie folgt: "Die ganze Glut seines inneren und äußeren Christenlebens trat in seinem Beten hervor. Mehrere Vertraute sahen ihn beten, mit einer Inbrunst, die auf den Flügeln einer grenzenlosen Andacht getragen schien; sahen seine bleichen Hände falten, mit einer Bewegung gen Himmel, als ob er von der großen Gnadenfülle etwas für sich entfalten wolle; und es blieb ihnen unvergesslich, wie sein Auge floh über die Schranken des Irdischen, voll Vertrauen am Blick des Ewigen hangend, und wie sein ganzes Wesen im Anschauen seiner Herrlichkeit versunken war." Seine ganze Haltung war feierlich. Ehrfurcht gebietend, durch Liebe und Demut gemildert. " Auszug aus dem Buch "Tersteegens Schule des Gebets" von Albert Löschhorn.

Gebete füreinander sollten eine hohe Priorität haben

Der Apostel Paulus schreibt zu den Kolossern in Kapitel 1,9: „Wir hören nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller vom Geist verliehenen Weisheit und Einsicht“. Das ist eine große Aufgabe. Für einander beten und bitten, dass wir erfüllt werden mit der Erkenntnis seines Willens… Diese Art von Gebet muss eine wichtige Priorität in unserem Leben bekommen. Um für mehrere Gläubige und Ungläubige beten zu können, braucht man Zeit. Diese Gebete müssen auch geplant werden, denn in der Eile und Schnelllebigkeit unserer Zeit, kann man es schnell vernachlässigen. Es ist wichtig, gemeinsam mit anderen Christen zu beten. Denn Jesus spricht: „Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.“ (Mt. 18,19) Die „agape“-Liebe wird uns befähigen zum Beten nach seinem Willen und Freude beim Gebet zu haben und zu wissen, dass unsere Gebete erhört werden. Wir stehen in Verbindung mit einem christlichen Rehabilitationszentrum in Kiev. Die Rehabilitanden sind Männer und Frauen, die sich entschlossen haben, von ihren Lastern wie Alkohol- oder Drogensucht befreit zu werden. Oft sind es Menschen, die schon alles ausprobiert haben und gescheitert sind. Doch jetzt wollen sie durch Gebete und Gemeinschaft mit Gläubigen im Rahmen einer christlichen Rehabilitation frei werden. Ein Bruder aus unserer Gemeinde hat sie besucht und war fasziniert über ihr Gebet. Es dauerte morgens ungefähr zwei Stunden. Jeder der Rehabilitanden hatte eine Liste von Gebeten, aber er betete nicht nur für seine Anliegen, sondern auch für die seiner Nächsten. Sie beten zum Beispiel auch für eine verheiratete Frau aus unserer Gemeinde, dass der Herr ihr Kinder schenken möge. Ich bin gespannt, wie der Herr auf diese Bitte antworten wird. Sie beten auch für einen Moslem, der auch auf der Gebetsliste unserer Gemeinde ist. Als ich gehört habe, dass er im Februar 2013 dreimal eine christliche Gruppe für Ausländer in Heilbronn besucht hatte, konnte ich Gott danken – das Gebet beginnt zu wirken.

Zeugnis über Gebete in meiner Krankheit

Ich hatte vor einigen Wochen eine Lungenembolie und kam ins Krankenhaus. So war ich aus der Eile und dem Rennen des Lebens entrissen worden, wissend, es könnte auch der Übergang für mich in die Ewigkeit gewesen sein! Die Krankheit wurde für mich ein großer Segen… Viele lieben Leute haben mich im Gebet begleitet… Wie wunderbar ist es als ein Kind Gottes zu wissen, dass einem alle Dinge zum Besten sind. Wie schön waren die Gebete im Krankenhaus - Gebete nicht um Heilung, sondern um die Nähe Gottes nicht zu verlieren. „Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem HERRN. Darum, ob wir nun leben oder sterben, so sind wir des HERRN.“ (Röm. 14,8) Im Krankenhaus durfte ich mit einer sehr lieben Mutter in Jesu, die über 90 Jahre alt ist und eine große gesegnete Familie hat, sprechen. Mich mahnte es sie anzurufen. Als ich anrief, sagte sie mir, dass sie sehr oft an mich denkt und sich sorgt um mich. Es war so großartig diese „agape“-Liebe zu erfahren. Sie erzählte, wie sie, gerade, wo ich krank geworden bin und in Gefahr war, Unruhe bekam und für mich zu beten begann. Keiner konnte ihr über meinen Gesundheitszustand Bescheid geben. Sie betete weiter. Als sie kurz eingeschlafen war, hatte sie mich im Traum gesehen – ich umarmte sie. So war sie nach dem Erwachen nicht mehr besorgt, sondern beruhigt, dass Jesus alles gut machen würde! Ist das nicht wunderbar? Gott kann eine Begegnung im Traum geben, Trost spenden… Für Ihn ist tatsächlich kein Ding unmöglich!!!

Schlusswort

Oft werden unsere Gebete scheinbar nicht erhört, zum Beispiel, wenn eine Krankheit nicht geheilt wird. In dem Fall sollen wir uns und die ganze Situation Gott in der Krankheit anbefehlen und anvertrauen – in dem Wissen, dass es Gott in erster Linie um unser Seelenheil und nicht um unsere Gesundheit geht. Wichtig ist, dass die Krankheit uns näher zu Gott bringt. Menschen können uns täuschen, doch Gott hält sein Wort. Man kann ihn erreichen durch das Gebet! Versucht es, und wenn Ihr eine interessante Gebetserhörung erfahren habt, dann schickt sie uns, wir werden sie gerne im nächsten 'Erwählten Fremdling' veröffentlichen.

Waldemar Illg