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Arbeit unter Verlorenen
Roman_Lebedev

Was soll ich euch erzählen?
Über mein jetziges Leben erzähle ich gerne, jedoch ungern über die Vergangenheit. Wenn ich mich zurück erinnere, dann geht ein Schauer über meinen Rücken. Meine Vergangenheit war sehr dunkel und grausam. Ich wuchs in einer ungläubigen Familie mit Mutter und Oma auf. Den leiblichen Vater habe ich nie kennengelernt. Die Stiefväter, also die Männer meiner Mutter, waren sehr böse Menschen. Meine gutmütige, tüchtige Mutter hatte immer Pech mit den Männern.

Der letzte Mann meiner Mutter der bei uns wohnte, saß schon drei Mal wegen Mord im Gefängnis. Zu mir sagte er immer: "Werde nie selbst zum Opfer. Eher sollen es die Anderen sein."
Mit einer solchen Einstellung, die mir vermittelt wurde, ging ich in die Schule und benahm mich dann auch dem entsprechend. Zwar war ich der kleinste von der Körpergröße, aber dafür auch der Schlimmste. Alle Lehrer und das übrige Personal waren froh, als ich die Schule beendet hatte. Schon in frühen Jahren fing ich an zu rauchen, Alkohol zu trinken und Drogen zu nehmen.
Aufgrund krimineller Handlungen war ich drei Mal im Gefängnis. Insgesamt verbrachte ich elf Jahre hinter Gitter.


Wo wäre ich heute und was wäre aus mir geworden, wenn sich nicht gläubige Geschwister Zeit und Liebe für uns Verlorene genommen hätten. Ich machte mir Gedanken und einen Plan, wie ich aus diesem Gefängnis ausbrechen konnte. Ich wollte mich in Zukunft gut benehmen, um nicht unter strenger Beobachtung der Gefängniswärter zu sein. Ich stellte fest, dass ich weniger unter strenger Beobachtung stehe, wenn ich in die Versammlungen gehe. Daher beschloss ich dort regelmäßig teilzunehmen. Ich fühlte mich nach der Teilnahme irgendwie anders, so ein Gefühl der Erleichterung erfüllte mich. Eines Tages, wollten sich einige Häftlinge taufen lassen. Ich erklärte mich bereit bei den Vorbereitungen mitzuhelfen.

Als ich dort war und die Taufe sah, dann die Worte Jesu hörte die an die Täuflinge gerichtet wurden, fühlte ich auch wie die Liebe Jesu ganz nah bei mir war. Ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Mir war, als schien ein Licht durch mich durch und mir wurde es sehr leicht. Meine Entscheidung stand fest. Ich wollte mich auch gleich dort taufen lassen. So geschah es auch. Am selben Tag noch befreite mich der Herr von meiner Zigarettenabhängigkeit und meiner Drogensucht. Alle meine Vorräte, die ich in der Zelle hatte warf ich weg. Fünf lange Jahre musste ich noch absitzen. Ich versprach meinem Heiland, dass mein Leben ab jetzt ihm gehören und für die Verlorenen geopfert werden soll. Mein Ziel war es, so viel wie möglich über Jesus Christus zu erfahren. Im Gefängnis besuchte ich alle möglichen biblische Kurse.


1995 traf es mich wie ein großer Schlag. Ich erhielt einen Brief von meiner Tante in dem ich die sehr traurige Nachricht vom Tode meiner Mutter las. Sie wurde mit 27 Messerstichen von einem jungen Mann aus der Nachbarschaft umgebracht. Es war meine Schuld, weil zu damaliger Zeit, vor meinem Gefängnisaufenthalt, als ich selber noch drogenabhängig war, ich es war, der diesen jungen Mann zum Drogenkonsum verführte. Er war drei Jahre jünger als ich und ich verpasste ihm den ersten Schuss. Auf diese Weise wurde er drogenabhängig.

Für mich brach die Welt zusammen. Ich hatte meiner Mutter doch ein gutes Leben nach der Entlassung versprochen. Es war ein regelrechter innerlicher Kampf. Zuerst wollte ich Rache üben, aber der Herr zeigte mir eine Stelle in der Heiligen Schrift wo es heißt: "Was der Mensch sät, das wird er auch ernten". Jesus öffnete mir die Augen und zeigte mir, dass ich es war, der diesen jungen Mann zum Mörder gemacht hat. In diesem Moment verstand ich wer der eigentliche Mörder war. So holte mich meine Vergangenheit ein. Ich versprach dem Heiland in Zukunft nur noch Gutes zu tun.


1998 wurde ich aus dem Gefängnis entlassen. Zu großem Bedauern wusste ich nicht wohin ich gehen sollte. Ich hatte nichts - gar nichts! Gott sei Dank halfen mir Leute mit Kleidung, Geld und einem Dach über dem Kopf. Auch in einer Kirche fand ich Freunde die mir unter die Arme griffen. Nach einiger Zeit konnte ich schon Schülern Filme über Drogenabhängigkeit zeigen. Mit Rat und Tat stand ich vielen Drogensüchtigen bei. Mir kam eine Idee, für die verlorenen Menschen ein Rehabilitationszentrum zu eröffnen. Doch in der Nähe meines Ortes, wo ich wohnte, gab es schon so ein Reha-Zentrum.

Dorthin kamen Männer und Frauen die abhängig waren, so auch meine zukünftige Frau. Sie wurde gesund. Ihre Bereitschaft auch Menschen zu helfen war groß. So trafen unsere Interessen aufeinander. Nicht nur unsere Ideen brachten uns zusammen, aber auch die Liebe zueinander. Ich war sehr überrascht von ihrem Liebesgeständnis an mich. Ich wurde von niemandem zuvor so sehr geliebt wie von ihr. Ich sah damals sehr dünn und krank aus. Die Diagnose die ich bei der Entlassung bekam lautete "Krebs". Das erschrak mich sehr. Doch diese Diagnose bestätigte sich Gott sei Dank später nicht.


Ich heiratete meine große Liebe und wir träumten davon eine Gemeinde für die Verlorenen zu finden, wo wir zu Hause sein konnten. Meine Frau wurde schwanger und wir zogen um. An diesem neuen Ort fanden dank Gottes Gnade mehrere verlorene Schafe ein Zuhause. Mittlerweile sind es drei Reha-Zentren, die wir eröffnet habe. Zwei Reha-Zentren für Männer und eines für Frauen. Wir möchten Gott danken, dass Er uns die Möglichkeit gegeben hat, solche verlorenen Menschen aufzunehmen und ihnen ein Zuhause zu bieten, in dem wir ihnen Liebe und Geborgenheit schenken können, damit diese wiederum anderen dasselbe Geschenk machen konnten. Unser Motto lautet: "Selbst gerettet - rette andere"!
In den 10 Jahren die wir Gott nun dienen, gründeten wir sechs Gemeinden. Alle unsere Mitarbeiter sind Menschen, die früher verlorenen und in ihren Sünden gefangen waren. Gott sei Dank, dass Er für unsere Arbeit so viel Gnade schenkt, die auch außerhalb unserer Stadt stattfindet. Auch für junge Leute und dessen Familien führen wir ein Programm durch. Das Licht Gottes durchleuchtet jede Sünde. Wo Licht ist, da herrscht auch Liebe. Wo Liebe ist, da ist auch Barmherzigkeit. Wir bitten Gott uns weiter auf diesem Weg der Liebe und der Barmherzigkeit zu führen und zu begleiten.

Roman Lebedev, Vinitsa