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Viktor Myral-Sikorskij
Die Mutter legte mich in eine Mülltonne
Sikorski

Meine Mutter wollte mich nicht. Sie legte mich nach meiner Geburt in eine Mülltonne. Den Grund dafür habe ich nie erfahren.
Wie durch ein Wunder hörte jemand in der Tonne etwas quietschen und krächzen. Diese Person hat mich da raus geholt und ins Krankenhaus gebracht.
Aufgewachsen bin ich in einem Internat für Waisenkinder. Hier lernte ich mich mit meinen Fäusten durchs Leben zu schlagen. Ich verschaffte mir Respekt und obgleich ich keine leibliche Familie hatte, so schaffte ich es Freunde zu gewinnen.


Als Jugendlicher begeisterte ich mich für Sport, mein besonderes Interesse galt dem Judo. Ich trainierte bis zu drei Mal am Tag und erwarb mir den Meistertitel. Bei meinem letzten Wettbewerb in der ehemaligen Sowjetunion erreichte ich den zweiten Platz in meiner Gewichtsklasse und bereitete mich auf die Olympiaden vor. Doch es sollte anders sein. Als ich nach dem Wettbewerb, der in Kuba stattfand, nachhause kam, wollte ich wie immer nach einem erfolgreichen Auslandsaufenthalt ins Waisenheim gehen und dort den Kindern Süßigkeiten bringen. Auf dem Weg dorthin wurde ich in einen schwerwiegenden Unfall verwickelt, der mir beinahe mein Leben gekostet hätte. Nun sollte ich das Krankenhaus acht lange Monate nicht mehr verlassen. In dieser Zeit besuchte mich keiner meiner so zahlreichen Freunde, was mir fast das Herz brach, denn ich musste mir wieder eingestehen, dass ich ganz alleine auf der Welt dastand. Wohl zum ersten Mal machte ich mir dort Gedanken über Gott. Ich warf ihm vor mein Leben ruiniert und ungerecht gehandelt zu haben. Doch auch das brachte mich nicht weiter. Nach meiner Genesung begann ich Philosophie an der Universität zu studieren, in der Hoffnung, auf alle meine Fragen eine Antwort zu bekommen. Das Studium habe ich mit Erfolg abgeschlossen, doch auf meine Fragen fand ich keine Antwort. Ich blieb leer. Dann heiratete ich eine wunderbare Frau, die ebenfalls in einem Waisenheim groß geworden war. Wir gründeten eine Familie und bekamen eine gesunde und lebhafte Tochter.


Meine Frau arbeitete in einer Druckerei. Die Technik faszinierte mich sehr, sodass ich anfing mich zuhause in die Geheimnisse des Druckens hinein zu vertiefen. Ich dachte, dass mich Geld vielleicht glücklicher machen könnte, und so entwickelte ich ein Verfahren, welches mir ermöglichte Geld von zuhause aus zu drucken, das auch zu verwechseln echt aussah. Mit meinen Freunden begann ich 25 Rubelscheine zu drucken. Der einzige Makel an dem Geld war, dass die Seriennummer auf den Scheinen immer die gleiche war. Doch auch das viele Geld machte mich nicht glücklich. Jeden Tag fühlte ich mich wie ein gehetzter und gejagter Mensch. Ich wusste, dass die Polizei mich jederzeit fassen könnte. Ich kam nie zur Ruhe.


Eines Tages, als meine Frau und ich nichtsahnend am Strand lagen und uns sonnten, kam die Polizei und verhaftete mich. Sie wollten wissen, wie viel wir gefälscht hätten, doch wir wussten es nicht, wir druckten so viel, wie viel wir brauchten. Letztendlich fand die Polizei über 3 Millionen Rubel. Nach den russischen Gesetzt hätte ich für mein Verbrechen den Tod verdient, doch durch die Gorbatschovzeit und die Perestroika kam die Todesstrafe in Verruf, und so bekam ich 12 Jahre Haft.


Wie im Internat schlug ich mich auch im Gefängnis durch und erlangte Respekt unter den anderen Kriminellen. Doch mein Leben sollte nicht so weiter gehen.
Nun möchte ich zur Ehre Gottes berichten, wie Jesus mich fand, wie mein Heiland mich von meiner Schuld befreite und mir ein neues Leben schenkte.
Am 7. August 1989 wurden wir Insassen in dem Gefängnis zum ersten Mal von einer Gruppe Christen besucht. Sie sangen sehr schön Lieder, beteten für uns und lasen uns aus der Bibel vor.
Immer wieder wurde betont, dass in der Bibel Gottes Worte stehen. Ich war zum ersten Mal im Leben direkt mit der Frage über die Bibel und Gottes Wort konfrontiert.


Zu der Zeit empfand ich, dass diese Menschen die größten Verrückten der Welt waren, und um dies zu beweisen, wollte ich die Bibel studieren und es ihnen beweisen. Ich bat also um das Evangelium, welches sie mit hatten. Zunächst zögerten sie, weil die Wärter ihnen verboten hatten den Gefangenen irgendetwas zu schenken. Doch auf Anfrage, durfte der Christ mir sein Evangelium schenken, allerdings unter der Bedingung, dass ich es lese und um Verständnis bete. Um es behalten zu können, versprach ich es dem Mann. Und so setzte ich mir das Ziel das Neue Testament durchzulesen, um beim nächsten Besuch mit diesen Christen auf gleicher Augenhöhe reden zu können. Ich vertiefte mich in die Heilige Schrift und las und las. Und ohne, dass ich es merkte, begann Gottes Geist an mir zu wirken. An einem Tag im September war mein Herz so schwer. Ich wollte Frieden mit Gott und suchte Vergebung, doch ich wusste nicht, wie ich mich bekehren konnte. Keiner der Christen war da um es mir zu zeigen. Vor den anderen Insassen wollte ich nicht emotional werden, sodass ich mich nachts aus der Baracke schlich und mich unter freien Himmel hinkniete und anfing zu beten. Ich weinte. Zum ersten Mal seit meiner Kindheit, genauer in der ersten Klasse, weinte ich wieder. Die Tränen flossen und ich bekannte Gott meine Sünden. Das ganze Leben ging vor meinen Augen, lange stand ich so und betete weiter bis der tiefe Friede mein ganzes Wesen beseelte. In dieser Nacht erlebte ich Gott. Ich wusste er liebt mich und hat mir meine Sünden vergeben. Ich war mit ihm versöhnt und wollte die ganze Welt umarmen. Die Nacht konnte ich nicht mehr einschlafen. Am nächsten Morgen als alle 180 Sträflinge wach waren und schon in einer Reihe standen, da lief ich nach vorne und schrie, dass ich eine Neuigkeit zu verkünden hatte. Es war still geworden. Und ich schrie weiter: Ich habe mich bekehrt! Ich habe mein Leben Jesus gegeben! Wenn meine Hände noch einmal ums Geld spielen werden, dann soll man sie abhacken! Diese Neuigkeit wurde mit Interesse und gleichzeitig mit Missbilligung entgegengenommen. Doch schon bald versammelten sich ca. 40 Leute um mit mir die Bibel zu lesen. Wir lasen gemeinsam in dem Wort Gottes und beteten. Wir verstanden vieles nicht, doch wir haben weiter gelesen. Der Herr heilte uns von Krankheiten und füllte das Leben mit sich aus. Ich war so glücklich und dankbar. Nun hatte ich ein neues Leben und eine sinnvolle Aufgabe. Die letzten sieben Jahre meiner Haft verbrachte ich damit den Insassen von Jesus zu erzählen und ihnen zu einem neuen Leben in Christo zu verhelfen. Halleluja, gelobt sei der Herr unser Gott!


Als der Tag meiner Entlassung kam, bat ich um Verlängerung der Haftzeit, um neuen Sträflingen von Jesu rettender Kraft erzählen zu können. Der Wärter schaute mich an und sagte, dass er in den ganzen Jahren seiner Berufstätigkeit als Gefängniswärter keinen so kranken Mann wie mich gesehen hätte! Gott sei ihm gnädig, er hatte Jesus noch nicht begreifen können.


Doch die Arbeit für das Reich Gottes hörte nicht auf mit meiner Entlassung. Nachdem Gott meiner Ehe eine zweite Chance gegeben hatte und ich mich mit meiner Frau versöhnen konnte, begangen wir gemeinsam Jesus zu dienen.
Heute predige ich in vielen Gefängnissen der Ukraine, arbeite in einer neu entstandenen Gemeinde in Kiev, habe eine glückliche Familie, bin Opa und lebe für Christus, der mein Erlöser ist!

Viktor Myral-Sikorskij, Kiev